Foto: No Man’s Land - Fabrica | Man’s Films | Studio Maj

20 Jahre des Niemandslandes

Vor genau 20 Jahren wurde der Film „Ničija zemlja“ („Niemandsland“) gedreht, der 2002 den ersten bosnisch-herzegowinischen Oscar bekommen hat. 20 Jahre später ist das Land noch immer ein Niemandsland.

Das Drehbuch schrieb Danis Tanović, der es auch noch koproduziert und die Filmmusik komponiert hat. Bei dem Film, der in Bosnien-Herzegowina, Slowenien, Großbritannien, Italien, Belgien und Frankreich produziert wurde, handelt es sich um eine Kriegssatire die Erlebnisse eines serbischen und zweier bosnischen Soldaten, die in einem Schützengraben im Niemandsland gefangen sind, zeigt.

Die Szene, als Ćera (Filip Šovagović), ein scheinbar toter Soldat, auf einer Mine aufwacht, weil er dort als Falle für andere Soldaten aufstellt wurde, zeigt die Situation im Balkan-Land heute. Wenn sich Ćera bewegt, explodiert die Mine und tötet jeden in der Nähe. Fremde haben keine Lösung, obwohl sie „Bedenken äußern“ und die Folgen fatal sind. So fühlt sich die Situation auch in Bosnien-Herzegowina im Jahr 2021 an.

Ein Bosnier (Branko Đurić – Đuro) und ein Serbe (Rene Bitorajac) befinden sich während des Krieges 1993 auf einem Minenfeld und stritten sich darüber, wer den Krieg begonnen hat, bis der tragikomische Kampf um das Leben eines Mannes sie zur Zusammenarbeit zwingt. Der Serbe Nino ist ein junger Soldat in einer Uniform der JNA (Jugoslawische Volksarmee), der in den Krieg getrieben wurde und sich mit einem älteren Offizier (Mustafa Nadarević, starb letztes Jahr) in einem Graben befand.

Beide legen eine Mine unter den Körper des scheinbar toten Soldaten Ćera. Der bosnische Soldat Čiki, mit einem Lilienwappen am Ärmel, befindet sich jedoch ebenfalls im Graben. Er tötet einen Offizier und hält Nina bis zum Eintreffen der UN-Streitkräfte als Geiseln, was Ćera retten sollte.

Die Absurdität des Krieges zeigt sich beim Chaos, das entstehen wird, wenn ausländische Friedenstruppen und die Medienmaschinerie in die gesamte Situation verwickelt werden. Aus dieser Absurdität kann man nur mithilfe des typischen bosnischen Humors rauskommen: „F**k dich, noch du hast mir gefehlt“, sagte Čiki der ausländischen Journalistin (Katrin Cartlidge), die unbedingt ihrem Arbeitgeber eine gute Geschichte liefern will.

Den Humor des Films zeigt auch die Szene, als ein Soldat an der Front, der in einen Graben getaucht ist und auf den nächsten Granatenregen wartet, eine Zeitung liest und ängstlich zu dem Schluss kommt, dass in einem fernen afrikanischen Land „Scheiße passiert“.



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LM