Screenshot [Foto: Oscars | YouTube]

Bosnisch-herzegowinischer Film für Oscar nominiert

Der Film „Quo Vadis, Aida?“ über eine Übersetzerin während des Bosnienkrieges geht für Bosnien-Herzegowina ins Oscar-Rennen. Es handelt sich um eine österreichische Koproduktion.

Der Film von Drehbuchautorin und Regisseurin Jasmila Žbanić blickt auf eines der verdrängten, vergessenen Traumata der jüngeren Geschichte des Landes: das Massaker von Srebrenica. Neunzehn Jahre nachdem Danis Tanović den Oscar für den Film „Niemandsland“ gewonnen hatte, erhielt Žbanić die offizielle Nominierung in derselben Kategorie für den Film über den Völkermord in Srebrenica. Konkurrenz machen Filme aus Tunesien, Rumänien, Dänemark und Hongkong.

Per Videoanruf aus London haben Sänger und Schauspieler Nick Jonas und Schauspielerin Priyanka Chopra die Nominierungen bekannt gegeben.

Worüber handelt der Film? Aida arbeitet als Übersetzerin für die UNO in der bosnisch-herzegowinischen Kleinstadt Srebrenica. Als es zur Machtübernahme durch die serbische Armee kommt, ist ihre Familie eine der tausenden BürgerInnen, die im UNO-Lager Schutz suchen. Aida muss im Zuge der politischen Verhandlungen fatale Informationen mit grausamen Auswirkungen übersetzen. Im Film spiele u. a. Jasna Đuričić (Aida), Izudin Bajrović (Nihad), Boris Ler (Hamiđa), Dino Bajrović (Ejo) und Johan Heldenbergh (Colonel Karremans). Der ORF beteiligte sich auch an der Produktion und der Film wurde im Sommer 2019 gedreht.

„Persönlich ist Srebrenica mir sehr nahe, weil ich den Krieg von 1992 bis 1995 in Sarajevo verbracht habe, in der Stadt, die ebenfalls belagert wurde, und wir hätten genauso enden können wie Srebrenica. Ich habe viel gelesen und viele Frauen und ihren Geschichten zugehört über ihre Söhne, Gatten, Brüder und Väter, die von den Vereinten Nationen verlassen und von der Armee der bosnischen Serben gefangen genommen wurden. Diese Geschichten, die jeden Tag in den Medien erschienen, haben mich emotional sehr beeinflusst. Tatsache ist, dass auch heute noch, nach 25 Jahren, 1.700 Menschen vermisst werden. Die Geschichte von Srebrenica ist ein Drama, das mich als Filmemacherin völlig vereinnahmt hat.“

Jasmila Žbanić für die „Wiener Zeitung“ letztes Jahr

Die Oscar-Verleihung soll am 25. April stattfinden.



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LM