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Nur 42 Prozent der kroatischen MaturantInnen kennen den Namen des Ministerpräsidenten

mladi
Symbolbild [Foto: Priscilla Du Preez | Unsplash]

Eine Umfrage unter 67 kroatischen Abschlussklassen aus 59 Mittelschule und Gymnasien zeigt Einblicke in das Bildungsniveau und die Struktur der politischen Kompetenz von SchülerInnen in Kroatien, aber auch das politische Wissen, Neigung zu Vorurteilen und Stereotypen, ihre Werte und Affinitäten, Medienkompetenz, Bürgerkultur und Gewohnheiten.

Im Unterschied zu der letzten Umfrage aus dem Jahr 2015 weisen die kroatischen SchülerInnen einen etwas geringeren Wissensstand auf politischer Ebene. Demnach wissen nur 40 Prozent der befragten Jugendlichen, wie MinisterInnen in Kroatien gewählt werden und wer der Oberbefehlshaber der kroatischen Armee ist. Nur 42 Prozent kennen den Namen des derzeitigen Ministerpräsidenten Andrej Plenković (HDZ).

Die kroatischen SchülerInnen haben geringes Vertrauen in politische Institutionen, die Justiz und Informationsquellen. Nur sieben Prozent vertrauen den politischen Parteien, 14 Prozent dem kroatischen Parlament und 17 Prozent der kroatischen Regierung. Am meisten vertraut man der Armee und WissenschaftlerInnen.

69 Prozent der Befragten informieren sich täglich über soziale Netzwerke, 65 Prozent mehrmals pro Woche über Internetportale. Die meisten Befragten benutzen das Fernsehen, Radio und Zeitungen werden kaum rezipiert.

Obwohl drei Viertel der Befragten für Meinungsfreiheit ist und gegen das Verbot von Medienberichterstattung, wollen 60 Prozent bestimmte Medien abschaffen, was eine undemokratische Haltung der SchülerInnen zeigt.

Nur zehn Prozent der Befragten können sich eine Freundschaft mit Menschen anderer Rassen, Religionen und Nationalität nicht vorstellen, 33 Prozent sehen Homosexualität als eine Krankheit und 29 Prozent glauben, dass Frauen nur im Haushalt tätig sein sollten.

Die Umfrage führte die Initiative GOOD zusammen mit dem Institut für Sozialforschung in Zagreb, GONG, der Fakultät für Politikwissenschaft in Zagreb, das Grazer Zentrum für Südosteuropastudien und der Fakultät für Philosophie in Rijeka.




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