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17. rujna 2020.
Austrija Ekonomija Hrvati Istaknuto Iz Austrije

SCHLAGZEILEN IN DEN MEDIEN: Propaganda gegen Kroatien?

„Plus 232 Prozent: Corona-Zahlen in Kroatien explodieren”, „Schlimmster Corona-Tag in Kroatien”, „Lockdown-Angst an der Adria” – das sind nur einige von vielen Schlagzeilen in der medialen Flut im Kampf gegen den Urlaub in Kroatien. Kroatien wird in der Zeit der Corona-Pandemie als ein ziemlich unsicheres Urlaubsziel gezeigt, doch die Regierungen sehen es als ein sicheres Land. Was steckt dahinter?

In den letzten Wochen berichten Boulevardmedien in Deutschland und Österreich über die Infektionsgefahr im Urlaub an der Adria. Fakt ist, Kroatien hat in den letzten Wochen eine steigende Zahl an Corona-Fällen, doch die Zahlen wachsen in fast ganz Europa. Die Schwerpunkte befinden sich in der Hauptstadt Zagreb oder sind mit unterschiedlichen Großveranstaltungen verbunden. In den Orten an der Adria, sei es Istrien oder Dalmatien, gibt es kein exponentielles Wachstum der Anzahl von Corona-Fällen.

Die Gefahr des bestehenden Virus möchten wir nicht verringern, doch wir müssen uns trotzdem fragen, wie sehr wir bereit sind blind an die medialen Schlagzeilen zu glauben, die heuer oft vor Kroatien als den Infektionsherd der EU warnen? De facto ist das Kroatien nicht. Kroatien hat insgesamt 1.112 aktive Fälle, von denen 132 hospitalisiert sind. Nur am 23. Juli wurden 1.417 Personen getestet und es gab 104 Neuinfektionen. Damit ist die Situation in Kroatien eine der besseren in der Union. Kroatien befindet sich in Deutschland und Österreich auf der „grünen Liste” (Stand: 23. Juli).

Mit den steigenden Zahlen nach dem Lockdown hat Kroatien viele Maßnahmen aus dem Frühjahr wiedereingeführt und hat, im Vergleich zu anderen Ländern, viele restriktive Maßnahmen gegen den Virus. Doch warum berichten immer mehr deutsche und österreichische Medien über Kroatien als ein „unsicheres Land”, oft mit Fake-News, -Videos und angeblichen Zahlen?

Heute, Krone, BILD, RTL – Kampagne gegen Urlaub in Kroatien

RTL berichtete über „zig Corona-Partys am kroatischen Zrce-Beach”, wo „Touris auf Abstand pfeifen”. Der Bürgermeister der Stadt Novalja Ante Dabo, wo sich Zrče befindet, sieht das als eine Art Kampagne gegen Kroatien: „Dies scheint eine bezahlte Werbung von jemanden zu sein, der sich darum kümmert, dass Kroatien wenige Touristen hat”. Der Kroatische Tourismusverband (HTZ) sieht in den letzten Wochen „mehrere kritisch intonierte und falsche Meldungen über Kroatien”, deshalb habe man sich bei RTL beschwert.

Auch „Heute.at”, „BILD” und die „Kronen Zeitung” berichten seit Wochen schlecht über Kroatien und viele Zahlen sowie Bilder werden manipuliert. Interessant sei auch eine Meldung gewesen, die in mehreren deutschsprachigen Raum gleich schlimm beschrieben wurde: „Plus 232 Prozent: Corona-Zahlen in Kroatien explodieren” schrieb „Heute.at”, am gleichen Tag schrieb die BILD-Zeitung „Corona in Kroatien: Plötzlich 232 Prozent mehr Fälle!”. Gestern schrieb die BILD „Lockdown-Angst an der Adria – Immer mehr Corona-Fälle in Kroatien!”.

Seit Anfang Juli gibt es in Kroatien nur 16 Prozent weniger deutsche Touristen als vor einem Jahr und derzeit befinden sich an der Adria 161.000 Deutsche, was nur 30.000 weniger ist als letztes Jahr. „Einige glauben fest daran, dass die deutschen Medien einen Hinweis erhalten haben, Reisen ins Ausland nicht zu fördern”, sagt der Tourismusverband. Zahlen über österreichische Touristen liegen uns nicht vor.

Selbstverständlich soll jeder für sein Land kämpfen, so auch in diesen herausfordernden Zeiten. Auch die Aussagen einiger deutscher und österreichischer Politiker zeigen deutlich, dass jeder Euro, der heuer im Land gehalten wird, äußerst wichtig für die Volkswirtschaft ist. Doch einige Medien machen den dreckigen Job für diejenigen, die nicht bereit sind, ihre Ansichten und Meinungen klar zu definieren.

Soziale Distanz, Maske tragen, Kontakte reduzieren, große Versammlungen vermeiden – das ist zuhause, wie auch im Urlaub, wichtig, da die Infektionsgefahr in Dubrovnik, Split oder Pula gleich groß ist wie in Berlin und Wien.

Antonio Šećerović
Foto: Matthias Mullie | unsplash | Kroativ 

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