Die Europäische Union (EU) ist besorgt hinsichtlich der Situation mit Flüchtlingen und Migranten in Bosnien-Herzegowina. Sie weisen darauf hin, dass die humanitäre Krise aufgrund der Inaktivität des Staates Realität wird.
Über 2.000 Menschen leben in den aktuellen Wetterbedingungen im Balkan-Staat draußen, zusätzlich befinden sich ungefähr 1.300 Menschen im ungeeigneten temporären Migrantenheim „Lipa“ in der Nähe von Bihać.
Die Situation könnte die allgemeine Sicherheitslage sowie die humanitäre Krise zum Zeitpunkt der Pandemie weiter beeinträchtigen. Die Union hat Lösungen parat und ist „bereit, Bosnien-Herzegowina bei den erforderlichen Maßnahmen zu unterstützen“.
Das EU-finanzierte Aufnahmezentrum „Bira“ in Bihać wurde am 30. September von den lokalen Behörden illegal geleert, weshalb die EU an die bosnischen Behörden appelliert, Migranten dort umzusiedeln.
„Darüber hinaus sollten die Behörden ihrer Verpflichtung nachkommen, ein zusätzliches Aufnahmezentrum in Čiljuge (bei Tuzla) zu eröffnen, um allen Bedürftigen im kommenden Winter Schutz zu bieten“, sagte die EU. Die lokalen Behörden sollten die „erhebliche finanzielle und technische Unterstützung“ der EU nutzen.
Große Polizeiaktion wegen Schmuggel illegaler Migranten
Am Dienstag kam es zu einer großen Aktion der Staatsanwaltschaft und Grenzpolizei gegen organisierte Verbrechen, den Schmuggel illegaler Migranten und andere Straftaten, die in mehreren Teilen Bosnien-Herzegowinas stattfanden. Mehr als 30 organisierte Schmuggeltransporte wurden dokumentiert und es wurden mehr als 20 Verdächtige festgenommen.
Die Schmuggler transportierten illegale Migranten zur Grenze mit Kroatien von Bihać nach Bosanska Gradiška, wo weitere Transporte für sie organisiert wurden oder sie angewiesen wurden, die Grenze illegal zu überqueren. An dieser Polizeiaktion nahmen mehr als hundert Polizisten teil.
Antonio Šećerović
Foto: Archiv – Hasan Mahir | Flickr


