Foto: X / Facebook / drustvene mreze

Eine Reihe von Angriffen islamistischer Extremisten auf Kroaten sowie auf Symbole des Christentums und des Katholizismus in Bosnien und Herzegowina.

Der erste Vorfall ereignete sich am Gedenkort „Pješčara“ in Travnik, wo damals unbekannte Personen durch unangemessenes Verhalten, Hassreden und Veröffentlichungen in sozialen Netzwerken die Würde der Opfer sowie die Gefühle der kroatischen Bevölkerung verletzten. Einen Tag später kam es in Nova Bila zu Schüssen aus einer Schusswaffe, was die Bürger zusätzlich beunruhigte, berichtet Viteski.ba.

Die Polizei leitete umgehend intensive Ermittlungsmaßnahmen ein. Die Täter beider Vorfälle konnten inzwischen identifiziert und festgenommen werden. Gegen sie laufen derzeit weitere kriminalpolizeiliche Ermittlungen, in enger Zusammenarbeit mit der zuständigen Staatsanwaltschaft. Das Innenministerium des Kantons Mittlere Bosnien (MUP ŽSB) betonte, man werde solche Taten nicht tolerieren und alle notwendigen Schritte setzen, um die Verantwortlichen vor Gericht zu bringen.

Hassvideo auf TikTok löst Ermittlungen aus
Laut einer Mitteilung des MUP ŽSB wurde am 19. Juli bei der Polizeidienststelle Travnik ein verstörendes Video gemeldet.
„Auf der Plattform TikTok wurde ein Video veröffentlicht, das zeigt, wie am Vortag – am 18. Juli gegen 14:14 Uhr – mehrere unbekannte Personen das Plateau des Denkmals für gefallene kroatische Verteidiger ‚Pješčara‘ betraten und dabei unter anderem kroatische Besucher zu einer Schlägerei aufforderten, begleitet von Drohungen und Provokationen“, so das Ministerium.

Die Polizei leitete sofort Ermittlungen ein und konnte insgesamt acht Personen identifizieren – sieben direkt aus dem Video und eine weitere aus Široki Brijeg, die an der Absprache beteiligt war.
„Zwei Personen aus dem Kanton Zenica-Doboj und eine Person aus dem Kanton Sarajevo wurden festgenommen, nach den übrigen wird intensiv gefahndet“, heißt es in der Mitteilung.

Da Personen aus mehreren Kantonen involviert sind, wurde auch die Föderale Kriminalpolizei eingeschaltet. Besonderes Augenmerk richtet sich darauf, warum ausgerechnet der Ort Pješčara im Kanton Mittlere Bosnien als Schauplatz der Provokation gewählt wurde.
„Gegen alle Beteiligten werden rechtliche Schritte wegen des Straftatbestandes ‚Anstiftung zu nationalem, rassischem oder religiösem Hass, Zwietracht oder Intoleranz‘ eingeleitet“, erklärte das Ministerium.
Die Behörden rufen die Bürger zu Besonnenheit und verantwortungsvollem Verhalten auf – besonders in sozialen Netzwerken – und betonen die Wichtigkeit des Vertrauens in die Institutionen.

Künstler schändet Kreuz auf dem Berg Hum
Für Empörung sorgte auch ein weiterer Vorfall: Der Mostarer Künstler Damir Mumbašić veröffentlichte auf seinem Facebook-Profil „Mumbasic Damir ARTist“ ein Video, in dem er das Kreuz auf dem Berg Hum oberhalb von Mostar mit Sprayfarbe beschmierte. Das Video wurde inzwischen von seinem Profil gelöscht, nachdem es besonders auf der Plattform X heftige Kritik ausgelöst hatte. Die Redaktion von RTV Herceg-Bosne konnte die Aufnahmen jedoch sichern, bevor sie entfernt wurden.

Mumbašić, ein anerkannter Künstler mit zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland, ist für seine Arbeiten in den Bereichen Murals, Street Art und Graffiti bekannt. Seine Werke umfassen Stile von Abstraktion über Fotorealismus bis hin zu Comic Art. Noch im Januar 2023 eröffnete er in Mostar eine große Retrospektive seiner Werke von 2008 bis 2022. Geboren 1980 in Mostar, lebt und arbeitet er heute in Berlin.

Der Vorfall löste Empörung aus, gerade weil es sich nicht um einen Unbekannten, sondern um einen anerkannten Künstler handelt, der in kulturellen Kreisen präsent ist.

Zweite Provokation innerhalb weniger Tage
Dies ist bereits der zweite Vorfall in nur zwei Tagen, der Besorgnis unter den Kroaten in Bosnien und Herzegowina auslöst. Schon tags zuvor hatte eine Gruppe bosniakischer Männer auf dem Areal Pješčara bei Nova Bila mit Gebetsrufen und Hassbotschaften provoziert – an jenem Ort, an dem im Krieg 68 kroatische Verteidiger fielen. Drei der Täter wurden inzwischen festgenommen.

„Wir wollen zivilisiert und würdevoll bleiben. Die Veteranen sind empört und beunruhigt, aber die Botschaft ist klar: Wir müssen auf das System vertrauen und von den Institutionen fordern, dass solche Taten nicht ungestraft bleiben“, erklärte der pensionierte HVO-General Ilija Nakić gegenüber Dnevnik RTV Herceg-Bosne.

Diese Vorfälle werfen erneut Fragen zur Sicherheit und zum Zusammenleben der Volksgruppen in Bosnien und Herzegowina auf. Die Öffentlichkeit erwartet nun schnelle und wirksame Reaktionen der zuständigen Behörden – auch im Fall Mumbašić.

NE PROPUSTITE

LM