Noch vor drei Wochen titelte der „Kurier“ über den „bosnischen Weg“ in der Pandemie, die als „die Malediven des Balkans“ genannt wurden. Für ihren einzigartigen Weg im Kampf gegen das Coronavirus wurde Bosnien-Herzegowina von vielen Nachbarländern beneidet. Doch in den letzten Tagen hat sich die Situation dramatisch verschlechtert.
Die Situation im Kanton Zentralbosnien ist dramatisch. Der Empfang im Krankenhaus für Lungenkrankheiten und Tuberkulose in Travnik ist seit Tagen überfüllt und auf der COVID-Station sind kaum Betten übrig.
PatientInnen, die zur Untersuchung gekommen sind, wollen nicht sprechen, sind nervös, weil sie zu lange warten, doch die tägliche Exposition, mangelnde Kapazitäten und Arbeitskräftemangel können die Situation nicht verbessern.
„Wir haben drei Krankenschwestern, die nicht essen und trinken, weil sie keine Zeit haben. Die derzeitige Situation ist heftig. Wir arbeiten von morgens bis abends, es kommen ständig neue Fälle“, sagte die Krankenschwester Merima Spahić dem Sender N1.
In den letzten Tagen wurden 45 MitarbeiterInnen mit AstraZeneca geimpft, die Serbien an Bosnien-Herzegowina gespendet hatte. Aufgrund des täglichen Verbrauchs von medizinischen Geräten, Medikamenten und Sauerstoff ist das Personal besorgt, doch sie wollen mit allen verfügbaren Mitteln kämpfen. Die Krankenhäuser in Nova Bila, Jajce und Bugojno wollen helfen, doch auch sie haben eine schwierige Situation.
Die COVID-Station in Travnik behandelte hauptsächlich PatientInnen mit einem leichten bis mittelschweren Krankheitsbild, in den letzten Tagen kann man nur PatientInnen mit schweren Krankheitsbildern einliefern. Noch vor zwei Monaten gab es nur 18 Patienten auf der Station, jetzt sind es 119.
„Wir werden das ertragen, so Gott will. Und das wird vergehen. Das Wichtigste ist, dass die Bürger bestimmte Maßnahmen einhalten. Als ich heute Morgen zur Arbeit kam, war die Isolierung meinerseits vollständig. Dann ging ich zur COVID-Station und entließ alle Patienten, die stabil waren, um Betten für neue Patienten freizugeben“, sagte Pneumophthisiologin Lejla Pašalić.
Auch im kroatischen Krankenhaus „Dr. Fra Mato Nikolić“ in Nova Bila sind alle Beatmungsgeräte besetzt. Direktor des Krankenhauses Velimir Valjan hat den Medien ein Video zur Verfügung gestellt, das am Wochenende in der Intensivstation des Krankenhauses aufgenommen wurde. Das Video-Material ist äußerst verstörend:
Der Krisenstab des Gesundheitsministeriums des Kantons Zentralbosnien warnt zum letzten Mal an die BürgerInnen: „Die Belegung der Krankenhausbetten ist praktisch beendet. Die medizinische Grundversorgung unternimmt große Anstrengungen, um so wenig Menschen wie möglich zu entsenden und das Krankenhaussystem zu belasten. Es gibt immer mehr Bedrohungen, dass wir das Krankenhaussystem so weit füllen werden, dass es mehr schwierig sein wird, jemanden unterzubringen“, sagte Emir Abdulović, Direktor des Krankenhauses in Travnik.
„Wir bitten die Bürger zum letzten Mal, die Bewegung so gering wie möglich zu halten, damit wir diese fünf oder zehn kritischen Tage überwinden können, Schutzmaßnahmen zu ergreifen, sich rechtzeitig zu isolieren, wenn sie Symptome bemerken, und das zuständige Gesundheitszentrum zu kontaktieren, um zu versuchen, diese Situation zu überwinden“
Emir Abdulović
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