Foto: Zdravko Mamić | Facebook; GNK Dinamo Zagreb

Oberster Gerichtshof bestätigt Haft für Brüder Mamić

Der Oberste Gerichtshof in Kroatien hat mit überwältigender Mehrheit die Verurteilung des ehemaligen Geschäftsführers des kroatischen Rekordmeisters GNK Dinamo Zagreb Zdravko Mamić, des ehemaligen Trainers und Sportdirektors Zoran Mamić sowie des ehemaligen Sportdirektors Damir Vrbanović.

Zdravko Mamić wurde zu sechseinhalb Jahren, sein Bruder Zoran zu vier Jahren und acht Monaten und Vrbanović zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Das Urteil wurde nur zu einem kleinen Teil aufgehoben.

Mamić und seine Mitarbeiter haben 116 Millionen Kuna aus dem Klub genommen und 12,2 Millionen Kuna Steuern hinterzogen. Zdravko Mamić und Damir Vrbanović wurden rechtswidrig verurteilt, weil sie Maßnahmen ergriffen haben, um Zoran Mamić Geld für die Rückzahlung der Kredite zukommen zu lassen, die Dinamo ihm von Anfang 2008 bis Ende Juli 2010 in Höhe von mehr als 24 Mio. Euro gewährt hatte. Zu diesem Zweck unterzeichnete Vrbanović einen Anhang zum Profilspielvertrag.

Zdravko Mamić nahm daraufhin im Auftrag von Dinamo einen Kredit in Höhe von 4,4 Mio. Euro von der Bank auf, der laut Anklage im März 2011 auf das Konto des Vereins überwiesen wurde, was zu einer nicht endgültigen Verurteilung von Mamić und Vrbanović führte. Vrbanović soll die Zahlung von rund 26 Mio. Kuna von Dinamos Konto auf das Konto von Dejan Lovren (heute bei Zenit St. Petersburg, kroatischer Nationalspieler) angeordnet hat, was eine unbegründete Verpflichtung für Dinamo zur Zahlung einer Vorsteuer und einer Zusatzsteuer in Höhe von 5,5 Mio. HRK aus diesem Darlehen begründete.

Am selben Tag soll Lovren das Geld auf das Konto von Zoran Mamić überweisen, der seinerseits im Namen der Kreditrückzahlung etwas mehr als 24 Mio. HRK auf Dinamos Konto überwies, während er den Rest für sich behielt.

Fast drei Jahre nach dem Urteil ist es nun verabschiedet und rechtskräftig geworden, was bedeutet, dass Zoran Mamić und Vrbanović ins Gefängnis gehen sollten. Zdravko Mamić ist im Juni 2018 nach Bosnien-Herzegowina geflüchtet und die Situation ist bei ihm erheblich komplizierter, weil dieses Land ihn nicht nach Kroatien ausliefern will. Die Straftat, für die er in Kroatien verurteilt wurde, wird in Bosnien-Herzegowina nicht als Straftat definiert.

Zdravko muss nicht nur ins Gefängnis, er muss auch 52 Millionen Kuna (6,8 Mio. Euro) zurückgeben.

„Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs ist eine endgültige Verurteilung für vier Angeklagte und drei Ereignisse. Für zwei Angeklagte (der erste und der dritte) für den aufgehobenen Teil wurde das erstinstanzliche Urteil im Urteil geändert“, steht in der Erklärung des OGH.

Kurz nach dem Urteil ist Zoran Mamić vom Trainerposten bei Dinamo Zagreb zurückgetreten: „Obwohl ich mich nicht schuldig fühle, wie ich bereits angekündigt haben, akzeptiere ich das Urteil als solches und trete von der Position des Cheftrainers und Sportdirektors von GNK Dinamo zurück. Ich wünsche dem Verein viel Glück und sportlichen Erfolg“. Damir Krznar wird Interimstrainer und -sportdirektor.

Demnächst beginnt auch der zweite Prozess gegen Zoran Mamić und sechs weitere Beschuldigte, die 200 Mio. HRK aus dem Verein genommen haben sollen. Beschuldigt sind Zdravko Mamić, sein Sohn Mario, Damir Vrbanović, der Unternehmer Sandro Stipančić, Igor Krota und Manager Nikky Artur Vuksan.



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LM