Ein starkes Erdbeben der Stärke 6,4 hat am Dienstag erneut die kroatische Zentralregion erschüttert. Das Epizentrum war rund 45 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Zagreb. Mindestens sieben Personen starben im Erdbeben, mehrere Personen wurden verletzt. Mehrere Häuser stürzten in der Stadt Petrinja ein, die Situation in Sisak und den lokalen Dörfern ist unübersichtlich.
Die Stadt Petrinja wurde am schwersten getroffen, wo Fernsehbilder eingestürzte Häuser und komplett zerstörte Dächer zeigen. Ein Kindergarten wurde zerstört, glücklicherweise waren keine Kinder anwesend. In Petrinja wurde ein 12-jähriges Mädchen tot aus den Trümmern geborgen. Eine Stunde nach dem Beben besuchten der kroatische Regierungschef Andrej Plenković und der Präsident Zoran Milanović die Stadt.
Im Dorf Majske Poljine westlich von Petrinja gibt es mindestens vier Tote. Es handelt sich um vier Männer, unter ihnen ein Vater und sein Sohn, die in ihren Häusern unter den Trümmern begraben wurden.
In Sisak, 15 Kilometer von Petrinja entfernt, gab es auch erhebliche Schäden. Laut einem Polizeibericht gibt es derzeit in ganz Kroatien 20 Leichtverletzte und sechs Schwerverletzte. Derzeit sind sechs Personen offiziell tot, das bestätigte auch der Verteidigungsminister Tomo Medved (HDZ).
Das Erdbeben war in vielen Regionen Österreichs und Deutschlands spürbar. Rund zwei Minuten wackelten nicht nur hohe Gebäude, sondern auch massive Altbauten in Graz. Ähnlich war es auch in Bosnien-Herzegowina, Serbien, Slowenien, Ungarn, Italien und der Slowakei. Berichte über Schäden gibt es auch in Karlovac, Duga Resa (Kroatien) sowie in Cazin und Banja Luka (Bosnien-Herzegowina). Das Kernkraftwerk Krško in Slowenien hat vorsorglich den Betrieb eingestellt.
Kroatien spürte seit fast 140 Jahren kein stärkeres Erdbeben. Im Jahr 1880 gab es ein Erdbeben der Stärke 6,3 auf der Richterskala in der Nähe von Zagreb, 1942 in der Region Imotski – 6,2 und 1962 und in der Nähe von Makarska mit der gleichen Stärke. Das stärkste Erdbeben in der Region war 1979 in Montenegro – 7,0. Danach folgen das Erdbeben in Skopje 1963w (6,9) und Banja Luka 1969 (6,6)
Der österreichische Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) bot seinem Kollegen, dem kroatischen Außenminister Gordan Grlić Radman (HDZ), Hilfe aus Österreich. Das Außenministerium prüft, ob österreichische StaatsbürgerInnen in Kroatien Hilfe brauchen.
- Dvostruko ubojstvo i samoubojstvo u Linzu
- Austrija: Muškarac izboden na ulici
- Vozač iz BiH kažnjen s 18.000 franaka zbog velike brzine
- Neues EES-System sorgt für lange Wartezeiten an den Grenzen
- Novi sustav ostaje na granicama i preko ljeta: Čeka li nas novi kaos?
Antonio Šećerović
Foto: Croatia in the EU | Twitter


