Rakija: Das Allzweck-Heilmittel unserer Großeltern

Rakija: Das Allzweck-Heilmittel unserer Großeltern

Seit unserer Kindheit hören wir von unseren Eltern und Großeltern, dass der Sljivovic - rakija -  das Allzweck-Heilmittel schlechthin ist. Hat man eine Wunde, desinfiziert man sie mit rakija. Hat man Halsschmerzen, trinkt man einen Schluck rakija. Spürt man ein kleines Ziehen in der Magengegend, spült man alles mit rakija aus. Hat man etwas schweres gegessen, hilft rakija bei der Verdauung. Egal welche Beschwerden man hat, der Sljivovic ist die Lösung.

Zugegeben, es hat tatsächlich jedes Mal geholfen. Das ist aber auch kein Wunder. Denn was viele von unseren Eltern und Großeltern schon immer gewusst haben, ist tatsächlich wahr. Der Sljivovic tut dem menschlichen Körper gut, in geregelten Mengen natürlich.

Sljivovic verringert Stress, indem es auf das Nervensystem wirkt und den Körper entspannt. Sljivovic verringert die Höhe des Cholesterinspiegels und verhindert eine Ansammlung des Cholesterins im Blutkreislauf. Dadurch werden die Risiken für Schlaganfälle und Herzinfarkte reduziert. Außerdem ist der Sljivovic ein gutes Heilmittel bei Erkältungen. Pur oder vermischt mit warmem Wasser und Zitronensaft, tötet es alle Bakterien im Hals und Rachenbereich und hilft so die Erkältung schneller zu überstehen. Etwas, was viele Frauen erfreuen wird, ist dass die im Sljivovic enthaltenen Antioxidantien gegen die freien Radikale ankämpfen, welche für den Alterungsprozess verantwortlich sind. Ein weiteres schmankerl: Rakija enthält nur sehr wenig Kalorien.

Trotz all dieser positiven Aspekte, sollte man allerdings nicht außer Acht lassen, dass der Sljivovic weiterhin ein alkoholisches Getränk ist. Mit einem Volumenprozentanteil von 70% ist der in rakija enthaltene Alkoholgehalt recht beachtlich und sollte daher nur mit Vorsicht und in geringen Mengen genossen werden.

Wahrscheinlich trinkt man den Sljivovic deshalb aus kleinen Stamperln. Vielleicht ist es eine psychologische Art sich selbst auszutricksen, um weniger zu trinken. Bewirken scheint es allerdings nichts, denn getrunken wird viel. Auch kleine Kinder dürfen ab und zu an einem Gläschen rakija nippen. Die älteren sagen dann meistens sowas wie: Es passiert ihnen schon nichts. Das ist immerhin nur rakija. So ist es auch. Bis jetzt ist keinem von uns etwas geschehen und wir sind alle gesund und putzmunter. Ich möchte Alkoholkonsum von Kindern und Minderjährigen auf gar keinen Fall verharmlosen. Alkohol sollte definitiv nicht an Kinder ausgeschenkt werden und auch Erwachsene sollten beim Konsum von starken Spirituosen aufpassen. Eine Sucht schleicht sich oft leise heran, hinterlässt allerdings tiefe Spuren. 

Tiefe Spuren hat der Sljivovic auch in der kroatischen Kultur und Tradition hinterlassen. Egal ob auf einer Hochzeit, Taufe oder beim Sonntagessen - wir stoßen mit rakija an. Es ist und bleibt unser traditionelles Getränk. Und unser Allzweck-Heilmittel.

Magdalena Čerkezović / kroativ.at

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