Kostelić: Das Karriereende einer kroatischen Legende

Kostelić: Das Karriereende einer kroatischen Legende

Am Freitag, den 13. Jänner 2017 erreicht Ivica Kostelic bei der Kombination in Wengen als 22. das Ziel. Man mag es Schicksal nennen, denn bereits öfter gab es Gerüchte um Kostelics Karriereende. Diesmal meint er es ernst. Obwohl ihm der Abschied schwerfällt, die Schmerzen von vergangenen Knieverletzungen sind zu groß – der Kroate beendet seine Karriere. 

„Ich wollte unbedingt noch einmal hier fahren. Es ist die Mutter aller Slalomhänge. Alle Slalomhänge haben etwas von Wengen, nur Wengen hat alles.“ Sechs Siege und 13 Podestplätze in Wengen. Genau in dem Ort findet eine große Skikarriere ihr Ende. "Mein Herz ist schwer, aber irgendwann ist es einfach vorbei. Es ist nicht möglich, mit 80 Prozent zu fahren", sagt Kostelic.

30 Jahre lang war Ivica Kostelics Leben durch den Skisport geprägt. Angetrieben durch die Leidenschaft für den Sport hat sich Ivica Kostelic zu einer Skilegende – innerhalb seiner Heimat Kroatien, aber auch international - entwickelt. 361 Starts, 26 Weltcup-Siege, 60 Stockerlplätze – die Bilanz kann sich sehen lassen.

Bereits im frühen Kindesalter begann er gemeinsam mit seiner Schwester Janica unter der Aufsicht des Vaters zu trainieren. Genug Geld gab es nicht immer. So wurde bei diversen Rennen im Ausland auch schon mal im Zelt oder Auto übernachtet. War der Skipass zu teuer, ging es zu Fuß die Piste hinauf.

Der Durchbruch gelang dem Kroaten im November 2001. Sein erster Slalom-Sieg - und das, mit der Startnummer 64. Bis heute ist das die höchste Startnummer mit der jemals ein Weltcupslalom gewonnen wurde. Wahrscheinlich war auch das ein Grund für seine Wahl zum Kroatischen Sportler des Jahres im Jahr 2002. Am 16. Februar 2003 folgte dann der Slalom-Weltmeistertitel. Mit seiner Karriere ging es bergauf, auch, wenn er immer wieder verletzungsbedingte Rückschläge in Kauf nehmen musste. Immer wieder plagt ihn das Knie. Insgesamt 14 Operationen unterzog er sich im Laufe der Jahre. Trotz einiger vorzeitig beendeter Saisonen, schaffte der Kroate stets das Comeback.

Ab 2003 fokussierte Kostelic neben dem Slalom auch die Disziplinen Abfahrt und Super-G und entwickelte sich Schritt für Schritt zum Allrounder. Die wohl beste Saison seiner Karriere fuhr Ivica Kostelic im Winter 2010/11. Er hat sich mittlerweile zum vollwertigen Allrounder gekämpft und gewinnt zum zweiten Mal in seiner Karriere den Slalom-Weltcup, zum ersten Mal den Kombinations-Weltcup. Am Ende der Saison sicherte er sich den Gesamtweltcup. Bereits fünf Rennen vor Saisonende steht er als Sieger fest, im Januar 2011 steht er in 14 Rennen sieben Mal ganz oben auf dem Podest. Die Internationale Vereinigung der Ski-Journalisten verleiht ihm am Saisonende den "Skieur d'Or".

Am 13. Jänner 2017 beendet eine Skilegende ihre Karriere. Kostelic hat nicht nur bewiesen, dass er es ganz an die Spitze schaffen kann sondern auch, dass man dafür nicht unbedingt aus einem klassischen Wintersportland kommen muss.

Und am Ende des Tages bleibt nur eines zu sagen: Ivica, wir werden dich vermissen!

Barbara Zartl / kroativ.at

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