Pensionen steigen bis 2,6 Prozent

Pensionen steigen bis 2,6 Prozent

Die Pensionserhöhung ab Jänner 2019 wird heute im Ministerrat beschlossen: Grundsätzlich orientiert man sich an der durchschnittlichen Inflationsrate für die gesetzliche Pensionserhöhung. Diese errechnete die Statistik Austria für den Zeitraum August 2017 bis Juli 2018 mit zwei Prozent.

Für die Bezieher kleinerer Pensionen ist aber eine prozentuell stärkere Erhöhung vorgesehen; für höhere Bezüge ab der ASVG-Höchstpension gibt es einen monatlichen Fixbetrag.

68 Euro Höchstbetrag

Im Detail: Die zweiprozentige Erhöhung betrifft Pensionen von 1500 Euro bis zur ASVG-Höchstpension von 3402 Euro monatlich, für diese Einkommensgruppe also zwischen 30 und 68 Euro pro Monat (brutto).

Kleine Pensionen bis zu einer Höhe von monatlich 1115 Euro werden um 2,6 Prozent angehoben. Von 1115 bis 1500 Euro soll eine "Einschleifregelung" wirksam werden, das heißt, der Erhöhungssatz wird auf zwei Prozent gesenkt. In welchen Schritten bzw. bei welchen Beträgen, war gestern noch nicht präzisiert.

Bei der ASVG-Höchstpension wird die prozentuelle Grenze gezogen: Ab 3402 Euro oder mehr monatlich gilt der Fixbetrag von 68 Euro. Je höher also die Pension, umso geringer die prozentuelle Steigerung.

Die Erhöhung um 2,6 Prozent gehe bis zum Median (die Hälfte bezieht niedrigere, die Hälfte höhere) der ASVG-Pensionen, wird in Koalitionskreisen betont: Damit würden davon rund 1,1 Millionen Pensionisten profitieren. "Mit dieser Erhöhung setzen wir ein klares Zeichen an alle Bezieher von kleinen und mittleren Pensionen, sie sind die Hauptbetroffenen der steigenden Preise", sagt Bundeskanzler Sebastian Kurz (VP). Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FP) spricht gar vom "Reparieren von Pensionskürzungen der SP-geführten Vorgängerregierungen". Dagegen wehrt sich die SPÖ vehement: Im Herbst 2017 sei eine Anpassung von 2,2 Prozent für Pensionen unter 1500 Euro erreicht worden, das setze sich aus der Inflationsrate (1,6 Prozent) und einem "40-prozentigen Anteil am Wirtschaftswachstum", was 0,6 Prozent Aufschlag bedeutete, zusammen.

Rechne man die aktuelle Inflationsrate und einen ebensolchen Anteil am gestiegenen Wirtschaftswachstum, müsste die Erhöhung für Kleinpensionen zumindest 3,2 Prozent betragen, sagte SP-Klubobmann Andreas Schieder. Die Forderung der SPÖ lautete zudem: Mindestpensionen müssten um vier Prozent erhöht werden. SP-Pensionistenverbandschef Peter Kostelka forderte generell plus vier Prozent. "Vier Prozent sind unrealistisch", sagte der Obmann des oberösterreichischen VP-Seniorenbundes, Josef Pühringer, wenngleich auch der Seniorenbund eine "spürbare" Anpassung über der Inflation für kleinere Pensionen verlangte.

Die Neos kritisierten die Praxis, zwar Pensionen über der Inflationsrate anzuheben, aber weiterhin "keine Pensionsreform angehen zu wollen". Neos-Sozialsprecher Gerald Loacker forderte einmal mehr eine "Pensionsautomatik" entsprechend der Lebenserwartung, das "außertourliche Anheben" kleinerer Pensionen heble seiner Ansicht nach auch das Versicherungsprinzip aus.

Bild: APA

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